Über den Kuhsee

Über den Kuhsee

Der Kuhsee ist ein künstlich geschaffener See im Augsburger Stadtteil Hochzoll, gelegen am Rande des Naherholungsgebiets Siebentischwald. Hier erfährst du mehr über seine Geschichte und Entstehung.

Der Kuhsee im Augsburger Stadtteil Hochzoll ist heute eines der beliebtesten Freizeit- und Badegewässer der Region. Seine Geschichte ist eng mit der Bändigung des Wildflusses Lech und der landwirtschaftlichen Vergangenheit des Stadtteils verknüpft.

1. Der Ursprung als Altwasserarm und Viehtränke (bis ca. 1960)

Ursprünglich war der Kuhsee überhaupt kein eigenständiger See, sondern ein natürlicher Altwasserarm des Lechs. Seinen charakteristischen Namen verdankt er einer ganz pragmatischen Nutzung um das Jahr 1900: Die Bauern der damals noch eigenständigen Gemeinde Hochzoll sowie städtische Hirten trieben ihre Kuhherden an dieses flache Gewässer, um sie dort zu tränken. Im Volksmund etablierte sich deshalb schnell der Name „Kuhsee“.

Als der Lech im Laufe des 20. Jahrhunderts durch den Bau von Dämmen und Wehren (wie dem benachbarten Hochablass) immer stärker reguliert wurde, verlandete das ehemalige Altwasser zunehmend. Zurück blieb ein oft sumpfiges Restgewässer.

2. Der Ausbau zum künstlichen See (1970–1972)

Erste Ideen, das Areal in ein organisiertes Bade- und Naherholungsgebiet zu verwandeln, gab es bereits in den 1930er und 1960er Jahren. Die eigentliche Geburtsstunde des heutigen Sees schlug jedoch Anfang der 1970er Jahre im Zuge umfassender Hochwasserschutzmaßnahmen am Lech.

Zwischen 1970 und 1972 wurde das Gelände grundlegend umgestaltet. Um Material für die neuen Lechsicherungsdämme zu gewinnen und gleichzeitig ein kontrolliertes Auffangbecken zu schaffen, wurde das heutige Seebecken künstlich ausgehoben. Es entstand eine rund 17 Hektar große Wasserfläche mit einer Tiefe von ein bis fünf Metern.

Zusammenhang zur Olympia-Kanustrecke (Eiskanal)

Pläne, das versumpfte Altwasser des Kuhsees in ein ordentliches Freizeitgelände umzuwandeln, lagen in Augsburg schon länger in den Schubladen. Erst der Zuschlag für die Olympischen Spiele brachte jedoch die nötigen Gelder, Genehmigungen und den enormen Zeitdruck mit sich. Um der Weltöffentlichkeit 1972 eine moderne, saubere und attraktive Umgebung zu präsentieren, zog die Stadt Augsburg das Projekt „Naherholungsgebiet Kuhsee“ parallel zum Eiskanal-Umbau (Start im Juli 1970) in Rekordzeit durch.

Ohne den Bau der Olympia-Kanustrecke gäbe es den Kuhsee in seiner heutigen Form als großflächigen Badesee vermutlich nicht – er verdankt seine Tiefe und Größe direkt dem Hunger der Olympiabaustelle nach Kies.

3. Wandel zum modernen Naherholungsgebiet

Nach dem Aushub wurde das umliegende Areal großzügig landschaftlich gestaltet. Es wurden Liegewiesen angelegt, Spazierwege planiert, Spielplätze gebaut und gastronomische Einrichtungen (wie Kioske und ein Restaurant) angesiedelt.

Heute ist der Kuhsee fest im Augsburger Freizeitleben verankert. Neben dem sommerlichen Badebetrieb ist er Austragungsort bekannter Sportveranstaltungen (wie dem historischen Kuhsee-Triathlon) und grenzt direkt an die ökologisch wertvolle Kuhseeheide. Die Heide ist ein geschützter Trockenrasen-Lebensraum, der als Teil der Lechtalheiden an die ursprüngliche Wildflusslandschaft erinnert.

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